Sonntag, 15. Januar 2017

Was war das für 1 steiler Weg?


(Achtung, Spoiler, dieser Artikel enthält Bilder von Spinnen, die mindestens eine gewisse Leserin  leicht verstören könnten... :P)
In und um Xi‘an gibt‘s viele Sehenswürdigkeiten, die es zu entdecken gilt. Eine von denen ist definitv der Huashan! Das internationale Komitee, also äh meine Freunde und ich, war sich ziemlich einig, dass dieser Berg, einer der fünf heiligen Berge Chinas, näher betrachtet werden sollte. Eigentlich wollten wir erst in unseren Herbstferien (die es anlässlich des Nationalfeiertages am 1. Oktober gibt, dazu später noch mehr) hinfahren und ein bisschen wandern, haben dann aber die kluge Entscheidung getroffen, schon am Sonntag davor (25.09.16) zu fahren.

Wandertruppe noch vor dem Losgehen, also noch frisch und halbwegs munter.
Eingangstor zum 华山 huashan.
Unser Tag begann, wie man das von einigen Bergtouren gewohnt ist, sehr früh um 5.30 Uhr. Viele Leser*innen können sich meine Konstitution zu dieser Zeit vorstellen, deshalb war ich über die einstündige Fahrt im sehr bequemen Auto eines Freundes Vaters Freundes (immer gut, connections zu haben!) nicht böse. Ungefähr um 7 sind wir sechs wanderlustigen Jungs am Ort der Wahl angekommen, haben uns Tickets für den Nationalpark gekauft und sind losgestiefelt. Natürlich bin ich Wandern schon ein bisschen gewöhnt, allerdings ist Wandern hier nicht gleich Wandern. Es ist eher sehr anstrengendes Spazierengehen, denn alle Wege sind befestigt und es gibt sehr, sehr, sehr viele und steile Stufen. Wir haben dementsprechend viele Pausen gemacht um zu verschnaufen, wie Asiaten im Allgemeinen in Europa von jedem Baum und jedem Mülleimer Fotos zu machen, was zu trinken und uns gegenseitig Mut für den bevorstehenden Weg zuzusprechen.


Der Weg war wirklich sehr steil!

Der ganze Weg ist mit roten Bändern und auch mit vielen Vorhängeschlössern gesäumt.

So viel zum Thema: "Asiaten fotografieren wirklich jeden Mülleimer!" - Wir haben uns dann selbst auch dabei ertappt!

Hier mal wieder ein paar schöne Naturfotos....

... zur Freude vieler, aber hoffentlich erschrickt sich Lisa nicht zu sehr! :P
Auf ca. der Hälfte des Weges waren wir alle schon sichtlich angestrengt!

Die Mühen des Aufstiegs haben sich sehr gelohnt, jeder Meter und jeder abgefrorene Zeh (haha) waren es Wert! Trotz des etwas diesigen Wetters haben wir uns gefühlt wie in einem klassischen chinesischen Gemälde von der idealen Landschaft und haben grandiose Ausblicke genossen! Ich bin sicher, die damaligen Zeichner saßen alle auf den Gipfeln des Huashans!


Dieses Schild könnte auch das Gegenteil vom Gewünschten auslösen!

Grandioser Ausblick!
Während des Aufstieges haben wir uns schicke Medaillen gekauft und sogar gravieren lassen (keine Angst, hier ist das für 2€ drin, wir haben uns weder in die Tiefe noch in Unkosten gestürzt), die wir uns dann auf dem Nordgipfel von einem zufällig ausgewählten, sehr netten Chinesen überreichen haben lassen. Nach dem obligatorischen Posieren für Fotos haben wir auf einer Art Plattform Mittagspause gemacht und auch noch einen überteuerten, aber leckeren Tee getrunken.

Plattform für unsere Pause.

Teepause. Hier tragen wir auch schon stolz unsere Medaillen... :D

Kammweg, den sind wir dann auch noch hochgekraxelt.

Dann ging es auch noch ein Stück weiter, wiederum fast nur über Stufen, zum Westgipfel der Huashan-Gruppe. (Es gibt alle vier Himmelsrichtungen und auch einen Mittelgipfel. Zum Nord- und Westgipfel kann man auch mit der Seilbahn fahren und zwischen den Gipfeln kann man auf schmalen Stiegen hin- und herwandern. Da das alles über die Seilbahn recht einfach zu erreichen ist, ist wahnsinnig viel los, von Jung bis Alt wird alles mitgezerrt und man kann teils auch Damen in Plateauschuhen beobachten, was mir immer wieder Gänsehaut bereitet hat.)
Auf dem Weg und auf dem zweiten Gipfel hatten wir immer wieder geniale Ausblicke und die westliche Spitze hat sich auch wieder gelohnt, denn es waren nun schon weniger Leute unterwegs und die Gelegenheiten für Fotos waren noch besser als zu Beginn.


Das internationale Komitee glücklich und kaputt oben angekommen.

Und mit der Seilbahn wieder nach unten.
'ne Seilbahnfahrt die ist lustig....

Also die Sommerrodelbahn war schon ganz nett, aber im Endeffekt ist sogar die am Petersberg aufregender, als das bissl hier! :)

Nach der Seilbahnfahrt gabs auch noch die Gelegenheit zu einer Fahrt in einer Mini-Sommerrodelbahn, die wir uns nicht entgehen lassen haben, und dann haben wir auch schon wieder den Heimweg angetreten, denn am Montag ging es ja wieder in die Schule, äh ich meine natürlich Uni. Nach diesem super anstrengenden und langen Tag sind wir dann auch alle halbtot ins Bett gefallen und Einschlafen fiel ausnahmsweise mal nicht schwer. :)

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