Donnerstag, 13. Juli 2017

Was ist das für 1 Steinhaufen? Und warum hat er Gesichter?!



 
Sommerurlaub im Winter Station Nummer 4, Kambodscha und Familienqualitätszeit Klappe die Zweite: Von HCMC aus ging es nach dem letzten vietnamesischen Kaffee auf dem Weg zum Bus wieder zurück ins Land der Khmer, dieses Mal um die Hauptstadt und natürlich Angkor Wat zu sehen!

Der erste Abend in Phnom Penh war natürlich der Abend der großen Wiedersehensfreude, denn Jule und Markus hatten sich ja ein halbes Jahr lang nicht gesehen und Markus und ich haben in zwei Stunden am Vormittag auch nicht gerade ein halbes Jahr aufgeholt! Wir haben also im Hostel leckeres Khmer-Curry gegessen, kaltes Bier getrunken und Jule und ich hatten eine zweite Bescherung, denn Markus hatte eine ganze Reihe Geschenke und Mitbringsel im Gepäck! (Für mich war es eigentlich die dritte Bescherung, denn Anna und Simi hatten ja auch schon einiges dabei gehabt! ;)

Entspannte Tuktuk-Fahrt durch ziemlich chaotischen Verkehr...

Buntes Markttreiben


Phnom Penh ist eine große, schnell wachsende und sehr lebendige Stadt; auch wenn der Verkehr ziemlich verrückt ist und man zur rush hour oft im Stau steht, so ist die Situation wohl noch nicht mit Saigon zu vergleichen. Alles ist bunt, laut, heiß, voller Menschen und oft ziemlich überrumpelnd, aber im positiven Sinne! (Besonders für Markus als Asienneuling war es das, haha!)

Hier residiert es sich doch ganz hervorragend, nehme ich an!




Am ersten Tag haben wir mehrere Märkte angeschaut und dem König Norodom Sihamoni einen Besuch in seinem hübsch vergoldeten Palast abgestattet. Weil auch an vielen anderen Enden die Welt nur ein Dorf ist, haben wir sogar noch meinen Reisekumpel Tobi aus Vietnam getroffen und gleich auch schon die nächsten Tage zusammen geplant! Am Abend hat unsere kleine Gruppe noch Zuwachs von Feli bekommen, sodass wir uns am nächsten Morgen zu fünft aufgemacht haben:


Es ging ins Museum, eingerichtet im Foltergefängnis Tuol Sleng, das sich mit der grausamen Herrschaft der maoistisch-nationalistischen Roten Khmer beschäftigt, die in den wenigen Jahren zwischen 1975 und 1978 mit unglaublicher Gewalt und Brutalität regierten und damit das ganze Land in Grund und Boden richteten. Am Nachmittag danach haben wir auch noch die sogennanten „killing fields“ etwas außerhalb der Stadt besucht, den Ort, an dem die Roten Khmer die Insassen des Gefängnisses in der Stadt systematisch hinrichteten. Wir waren alle wirklich schockiert über die Gräueltaten, die dort begangen wurden, und die Berichte und Bilder von wenigen Überlebenden gingen wirklich nah! Außerdem ist es immer wieder bemerkenswert, wie wenig wir aus unserer europäischen Perspektive über die Geschichten anderer Länder wissen. Natürlich kann man sich nicht überall auskennen und nicht alles wissen, aber häufigere Blicke über den Tellerrand würden sicherlich auch nicht schaden!

Innenhhof von Tuol Sleng


Stilles Gedenken auf den "killing fields"

Am Tag darauf sind wir dann zu viert nach Siem Reap gefahren, von wo aus man am besten Angkor Wat erkunden kann, Feli ist am nächsten Tag hinterhergekommen. Gleich am ersten Abend waren wir im wirklich grandiosen Zirkus einer NGO, in dem die typischen Verhaltensweisen von Touristen aufs Korn genommen wurden – ausschließlich mit fabelhaften Artisten!

Mit großen Sprüngen hoch hinaus!
 
Und dann haben wir natürlich wirklich die Tempel von Angkor angesehen, von denen Angkor Wat der bekannteste und größte ist, aber halt ganz sicher nicht der einzige: Es gibt so viele Anlagen, dass wir es gar nicht geschafft haben, alles zu sehen! An einem Tag haben wir uns sportlich betätigt und sind mit Leihrädern gefahren, ein paar Kilometer raus aus der Stadt zum Ticketschalter und danach noch etwas weiter zu den verschiedenen Tempelanlagen. Es war verdammt warm, hat sich aber definitiv trotzdem gelohnt und auf der „Abkürzung“ auf dem Rückweg haben wir uns noch ein bisschen in den weniger touristischen Bereichen der Stadt verirrt, die man sonst sicherlich auch nicht sehen würde.


Entdeckerin Jule! ;)

Heute planschen Kinder im königlichen Schwimmbecken, das über 300m lang ist!!

Die Natur hat sich vieles wieder zurückerobert...

... bis hin zu ganzen Toren.

Ein Höhepunkt war auf jeden Fall der Sonnenaufgang am letzten Tag, für den wir uns um 4.30 Uhr aus dem Bett gequält haben, dann unseren Tuktuk-Fahrer wecken lassen mussten, dafür aber sehr rechtzeitig da waren und sogar noch Plätze fürs Fotografieren gefunden haben, an denen keiner vor uns stand. (Es hatten nämlich nicht nur wir die Idee, an diesem Morgen zu kommen… ;))






Familien-Wiedervereinigung in Angkor! ;)

Des Rätsels Lösung: Es ist der Bayon-Tempel! :)
Als Abschluss des Südostasien-Trips ging es wieder nach Sihanoukville, Jule ist wieder in ihre Rolle als Lehrerin geschlüpft und hat nebenbei auch noch eine klasse Reiseleiterin abgegeben!
Neben einfach nur am Strand zu relaxen und zu baden, haben wir auch noch einen kleinen Nationalpark mit Mangrovenwäldern angeschaut, durch den uns ein sehr netter Guide geführt hat, der viel erklären konnte, aber uns auch ziemlich traurig von den abgeholzten Wäldern und Plantagen erzählt hat, die sich teils direkt hinter einem sehr dünnen Streifen aus Mangroven befinden. Leider haben die Ranger dagegen überhaupt keine Handhabe, denn die Bauarbeiter kommen direkt mit einem Wisch aus Phnom Penh, wo man sich scheinbar mit genug Geld alles kaufen kann.


Spinnen sind einfach zu spannend, sorry, 玉泽!! :D

Mangrovenwald sieht man auch nicht alle Tage! ;)
Außerdem haben Markus und ich nochmal einen Ausflug nach Kampot gemacht, sodass Markus auch noch die Pfefferplantagen sehen konnte, wir eine abenteuerliche Mopedausfahrt hatten und hier da und da wieder das Meer genießen konnten.

Meerjungmann Markus holt sich einen Sonnenbrand. :P


Salzgewinnung, vielleicht einer der wenigen Orte, von denen Man Salz und Pfeffer haben kann!
Nach zwei erlebnisreichen Wochen hieß es dann leider wieder Abschied nehmen, mit leicht feuchten Augen von Jule und ihrem Projekt und von diesem wunderschönen Land!
Markus‘ und meine nächste Station waren dann Kunming und Dali in der chinesischen Provinz Yunnan, darum geht’s dann auch irgendwann mal im nächsten Blogpost! :)

Zum Abschluss gab's noch eine farbenfrohe und auch etwas schräge Parade mitten im Zentrum von Phnom Penh. Auf ein Wiedersehen!!

PS: Tausend Dank an Markus und Feli für viele schöne Bilder!! :)

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